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Steuerrecht und Steuerverfahren

Das russische Steuerrecht ist an sich sehr übersichtlich in einem einheitlichen Steuergesetzbuch geregelt. Allerdings gibt es in der Praxis viele Einzelprobleme. Diese resultieren teils aus sich widersprechenden Ausführungsverordnungen, Lücken im Gesetz und mangelnder Rechtsprechung zu vielen Bereichen. Aber auch Neuregelungen bringen häufig Rechtsunsicherheit. Am 1. Januar 2012 sind z.B. neue Verrechnungspreisregelungen in Kraft getreten - wie diese in der Praxis angewandt werden sollen, ist bisher aber noch nicht klar.

Darüber hinaus besteht auch in Russland der immanente Interessenkonflikt zwischen den Steuerpflichtigen und den Steuerbehörden: Die einen wollen möglichst wenig Steuern zahlen, die anderen möglichst viele Steuereinnahmen haben. Dabei sind die Steuersätze recht moderat, wie z.B. die Gewinnsteuer 20 %, die Mehrwertsteuer 18 % und die Einkommensteuer für Steueransässige 13 %. Dividenden werden regelmäßig mit 9 % besteuert. Hinzu kommt in Russland die nach wie vor hohe Zahl der "schwarzen Schafe", die am Rechtsverkehr teilnehmen und nur mit dem Ziel gegründet wurden, Steuern zu hinterziehen. Es besteht daher ein großes Misstrauen und selbst alltägliche Vorgänge werden hier kritisch hinterfragt. Einen Überblick über das russische Steuerrecht finden Sie in unserem "Steuerleitfaden Russland" in der Rubrik Infocenter.

Eine weitere Besonderheit ist der stark ausgeprägte Formalismus in den russischen Steuer- und Buchhaltungsvorschriften. Dieser führt zu einem erheblichen Aufwand. Wer hier schlampt, riskiert seine Rechtsposition gegenüber den Steuerbehörden deutlich zu verschlechtern, auch im Hinblick auf mögliche Steuergerichtsverfahren. An sich sind aber die Erfolgschancen bei Streitigkeiten mit den russischen Steuerbehörden gut. Laut amtlicher Statistik obsiegen in 70 bis 80 % der Fälle die Steuerpflichtigen.

Unsere Anwälte und Steuerberater beraten unsere Mandanten in allen Fragen des russischen Steuerrechts und vertreten Ihre Interessen in Steuerverfahren und vor Gericht. Wir verstehen sowohl die Belange Ihrer russischen Tochtergesellschaft als auch der Zentrale.

Bei Akquisitionen können wir die Zielgesellschaft in steuerlicher und finanzieller Sicht prüfen (steuerliche Due Diligence). Unsere Anwälte haben teilweise bei den russischen Steuerbehörden gearbeitet und kennen daher die Denkweise der Steuerbeamten. Dies ermöglicht eine realistische und praxisnahe Risikoeinschätzung.

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